Im Frühjahr 1982 trafen sich zunächst vier Mathematiklehrer der Gustav-Heinemann- Oberschule nach einer Fachkonferenz und stellten fest, dass sie begeisterte Modelleisenbahner waren. Bei weiteren Gesprächen wurde dann die Idee einer Arbeitsgemeinschaft mit Schülern ins Leben gerufen. Als Vorbild für eine solche Schülerarbeitsgemeinschaft diente ein Artikel in der Modelleisenbahn Fachzeitschrift "Miniaturbahnen", Nr.9 Jg.1980, in der eine Arbeitsgemeinschaft Modellbahn (MOBAG) an der Gesamtschule Bremen-Ost beschrieben wurde. Da keiner der Lehrer eine eigene Modelleisenbahnanlage besaβ, aber jeder einige Lokomotiven und Wagen, war dann auch das Ziel dieser Lehrer-Schülerarbeitsgemeinschaft schnell gefunden: Bau einer gemeinsamen vorbildgetreuen eigenen Modellbahnanlage.

Bei einem ersten Treffen noch vor den Sommerferien in einem Klassenraum kamen 16 Schüler und brachten auch sogleich einige Schienen und Züge mit. Die Schienen wurden auf den zusammengerückten Schultischen zusammengesteckt. Lokomotiven und Wagen auf die Gleise gestellt und schon begann der erste Fahrbetrieb.

Zum neuen Schuljahr 1982/83 startete dann die Modellbahn Arbeitsgemeinschaft offiziell. Die Treffen fanden in einem fensterlosen Gruppenraum statt, in dem wir zwei Schränke aufgestellt hatten. Unsere Vorstellungen, im Fachbereich Arbeitslehre Unterstützung und einen Arbeitsraum zu finden, erfüllten sich damals leider noch nicht, da nach Aussage einiger damaliger Fachlehrer und der Werkstattmeister kein Platz für eine "solche Arbeitsgemeinschaft", die sowieso nicht funktionieren würde, im Fachbereich war. Keiner der vier Mathematiklehrer hatte ja das Fach Arbeitslehre. Wir "durften" damals also nicht die Werkstätten und Werkzeuge der Schule benutzen, was uns zwar enttäuschte, aber keineswegs von unserem Vorhaben abbrachte, mit den Schülern eine Modellbahnanlage bauen zu wollen. Damals entstand eine Erste Modellbahnanlage, die als Mittelpunkt den Bahnhof "Wannsee" hatte und durch den Grunewald bis zum "Westkreuz" führte. Leider mussten wir im Frühjahr 1988 das Schulgebäude am Tirschenreuther Ring aufgrund der Asbestproblematik verlassen und konnten unsere Anlage leider nicht mitnehmen, denn sie war fest in der ehemaligen Disco im Keller aufgebaut und nicht für den Transport geeignet.

In der ehemaligen Pädagogischen Hochschule als Notquartier begannen dann noch im Herbst die ersten Planungen für den Aufbau unserer heutigen Anlage "Bahnhof Zoologischer Garten" mit vielen neuen Ideen, vor allen Dingen musste die neue Anlage auf jeden Fall nun transportabel sein, denn es war ja abzusehen, dass wir erneut umziehen müssten.

In all den Jahren seit 1982 waren immer etwa 14 bis 25 Schüler Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für wenigstens ein Jahr oder auch für sieben Jahre bis zum Abitur. Insgesamt umfasst die Mitgliederliste bis zum heutigen Tag 147 Jungen und einem Mädchen, wobei wir stolz darauf sind, dass sich zur Zeit sogar vier Mädchen für Modellbau interessieren und regelmäβig jeden Freitag ab 14:00 Uhr (bis etwa 19:00 Uhr) zur Arbeitsgemeinschaft kommen. Der späte Freitagstermin wurde bewusst so gewählt, um den ehemaligen Schülern Gelegenheit zu geben, sich ab und zu zu treffen und auch kleine Projekte umzusetzen. Mehrere ehemalige Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft nutzen diese Gelegenheit immer wieder und halten den Kontakt noch über Jahre hinaus. Von den vier Mathematiklehrern der Anfangszeit sind seit 1988 nur noch zwei aktiv geblieben, jedoch konnten wir in den letzten Jahren einen ehemaligen Toningenieur, Herrn Münzberg, dafür begeistern, mit den Schülern besondere Schaltungen zu entwerfen und diese dann natürlich auch in die Anlage einzubauen. Seine Behinderung, er ist seit einem Jahr auf einen Rollstuhl angewiesen, wird dabei von den Schülern problemlos akzeptiert.

Die Finanzierung des Projektes erfolgt fast ausschlieβlich durch Mitgliedsbeiträge der teilnehmenden Schüler (6€) und Lehrer (12€) im Monat. Ein Verkauf von gebastelten Häusern und überzähligen Materialien zu den Veranstaltungen bessert die Kasse auf. Hierzu haben wir auch einen selbst zusammengestellten Modellbaubogen mit einer S-Bahn und U-Bahn in eigener Regie drucken lassen und verkaufen ihn an jüngere Bastler. Natürlich freuen wir uns auch über Spenden aus dem Förderverein und von Privatpersonen (etwa 5%). Mit dem eingenommenen Geld werden die Bausätze und Baumaterialien gekauft. Die sehr teueren Modellbahnzüge bringen die Schüler und Lehrer zu den einzelnen Fahrtagen, wenn die Anlage aufgebaut ist, mit, so dass nur für den Bau der Anlage Geld benötigt wird.